Umgang mit ungeöffneten E-Mails: Remarketing über WhatsApp

In der schnelllebigen Welt des digitalen Marketings sind E-Mail-Kampagnen nach wie vor ein effektiver Weg, Zielgruppen zu erreichen. Marketer stehen jedoch vor einer ständigen Herausforderung: ungelesene E-Mails. Da die durchschnittliche Öffnungsrate von E-Mails branchenübergreifend bei etwa 20–30 % liegt, interagiert ein erheblicher Teil Ihrer Zielgruppe nie mit Ihren sorgfältig gestalteten Nachrichten. Dies führt zu verpassten Chancen für Conversions, Markenloyalität und Umsatzwachstum. Hier kommt WhatsApp-Remarketing ins Spiel – eine leistungsstarke Follow-up-Strategie, die die hohe Interaktionsrate der Instant-Messaging-App nutzt, um Nutzer, die Ihre E-Mails ignoriert haben, erneut anzusprechen.

Mit über 2 Milliarden Nutzern weltweit weist WhatsApp eine beeindruckende Öffnungsrate von 98 % auf und übertrifft damit die Performance von E-Mails deutlich. Dies macht WhatsApp zu einem idealen zweiten Kontaktkanal, der es Unternehmen ermöglicht, auf ungelesene E-Mails mit personalisierten Echtzeit-Interaktionen nachzufassen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie WhatsApp-Remarketing für ungelesene E-Mails einsetzen können. Wir behandeln Strategien, Best Practices, rechtliche Aspekte und Fallstudien aus der Praxis. Die Integration von E-Mail-Remarketing mit WhatsApp-Follow-up kann nicht zugestellte oder ignorierte Nachrichten in wertvolle Interaktionen verwandeln und so die Effektivität Ihrer gesamten Kampagne steigern.

Warum E-Mails ungelesen bleiben: Die Hauptursachen

Bevor Sie Remarketing-Lösungen in Betracht ziehen, ist es entscheidend zu verstehen, warum Nutzer Ihre E-Mails ignorieren. Mehrere Faktoren tragen zu niedrigen Öffnungsraten bei. Erstens: Überlastung des Posteingangs. Durchschnittlich erhält jeder Mensch Dutzende Werbe-E-Mails pro Tag, was zu einer gewissen Überforderung führen kann. Studien zeigen, dass Verbraucher wählerischer werden und nur noch Nachrichten von vertrauenswürdigen Marken oder solche mit aussagekräftigen Betreffzeilen öffnen.

Auch technische Probleme können eine Rolle spielen. E-Mails landen möglicherweise im Spam-Ordner, weil der Absender eine schlechte Reputation hat, der Inhalt irrelevant ist oder gegen Anti-Spam-Gesetze wie CAN-SPAM oder die DSGVO verstößt. Zudem ist der Zeitpunkt wichtig: Werden E-Mails außerhalb der Arbeitszeiten oder ohne Berücksichtigung der Empfängerpräferenzen versendet, gehen sie unter neueren Nachrichten unter.

Das Nutzerverhalten spielt eine weitere Rolle. Mobile Nutzer, die den Großteil der geöffneten E-Mails ausmachen, überfliegen ihre Postfächer oft nur kurz und ignorieren alles, was nicht sofort ihre Aufmerksamkeit erregt. Auch demografische Unterschiede wirken sich darauf aus; jüngere Zielgruppen bevorzugen beispielsweise Instant-Messaging-Dienste gegenüber traditionellen E-Mails.

Letztendlich ist die Relevanz der Inhalte entscheidend. Unpersonalisierte Standard-E-Mails werden häufig ignoriert oder abbestellt. Obwohl sich die Öffnungsraten bis 2024 leicht auf 26,6 % verbessert haben, bleiben immer noch über 70 % der E-Mails ungelesen. Dies bietet ein erhebliches Potenzial für alternative Kanäle wie WhatsApp. Wer diese Problematik erkennt, kann für Follow-up-Kampagnen auf ansprechendere Plattformen umsteigen.

Die Vorteile der Nutzung von WhatsApp für E-Mail-Remarketing

Die dominante Stellung von WhatsApp im Messaging-Bereich revolutioniert die Nachverfolgung ungelesener E-Mails. Im Gegensatz zu E-Mails, die oft unpersönlich und einseitig wirken, ermöglicht WhatsApp einen dialogorientierten Marketingansatz. Nachrichten fühlen sich persönlich an, wie ein Gespräch mit einem Freund, was Vertrauen schafft und die Interaktion steigert.

Statistisch gesehen ist WhatsApp E-Mail überlegen. Die Öffnungsraten erreichen 98 %, die Klickraten liegen zwischen 15 % und 80 % und die Reaktionszeiten sind nahezu sofort. Im Vergleich zu einer Öffnungsrate von 20 % bei E-Mails bedeutet dies einen Paradigmenwechsel. Für den E-Commerce führt dies zu einem besseren ROI – WhatsApp-Kampagnen erzielen oft eine Interaktionsrate von 80–90 %, verglichen mit 20–30 % bei E-Mails.

Zu den Vorteilen gehört die Unterstützung von Multimedia-Inhalten. Versenden Sie Bilder, Videos oder Umfragen, um das Interesse an den in der E-Mail gemachten Versprechen erneut zu wecken. Die Integration mit Tools wie der WhatsApp Business API ermöglicht automatisierte Prozesse, beispielsweise das Versenden von Folge-E-Mails, wenn diese nicht geöffnet werden.

Darüber hinaus ermöglicht WhatsApp die Zwei-Wege-Kommunikation und macht aus passiven Empfängern aktive Teilnehmer. Dies fördert die Kundenbindung und ermöglicht das Sammeln von Feedback. Besonders effektiv ist es für Unternehmen, die Regionen wie Indien, Brasilien oder Europa ansprechen, wo WhatsApp weit verbreitet ist. Die Nutzung von WhatsApp für Follow-ups schafft eine Multi-Channel-Strategie, die die Schwächen von E-Mails ausgleicht und sicherstellt, dass Ihre Nachricht nicht untergeht.

Strategien für die Implementierung von WhatsApp-Remarketing

Um Nutzer mit ungelesenen E-Mails effektiv über WhatsApp anzusprechen, integrieren Sie zunächst Ihre Plattformen. Synchronisieren Sie Ihre E-Mail-Plattform (z. B. Mailchimp oder Klaviyo) mit den WhatsApp Business-Tools. Nutzen Sie APIs, um E-Mail-Kennzahlen wie Öffnungs- und Bounce-Raten zu erfassen. Segmentieren Sie Nutzer, die nicht geöffnet wurden, anhand von Kriterien wie dem Zeitpunkt des E-Mail-Versands, früheren Interaktionen oder demografischen Daten.

Eine wichtige Strategie ist der Einsatz automatisierter Auslöser. Richten Sie beispielsweise eine Regel ein, die 24–48 Stunden nach dem Öffnen einer E-Mail automatisch eine WhatsApp-Nachricht versendet. Zum Beispiel: „Hallo [Name], wir haben gesehen, dass Sie unser aktuelles Sommerangebot verpasst haben. Hier geht’s lang!“ Fügen Sie einen Link oder eine Schnellantwort-Schaltfläche hinzu, um die Konvertierung für Ihre Kunden zu vereinfachen.

Segmentierung ist unerlässlich. Gruppieren Sie Nutzer nach ihrem Verhalten – beispielsweise benötigen diejenigen, die frühere E-Mails geöffnet, diese aber nicht geöffnet haben, möglicherweise einen kleinen Anstoß, während chronischen Nicht-Öffnern Anreize wie Rabatte angeboten werden könnten. Tools wie AiSensy und Gallabox ermöglichen es Ihnen, Kampagnen gezielt an „fehlgeschlagene“ oder inaktive Segmente zu senden.

Personalisierung hebt das Ganze auf die nächste Stufe. Nutzen Sie Daten aus E-Mail-Anmeldungen, wie Namen oder Präferenzen, um personalisierte Nachrichten zu erstellen. Bei abgebrochenen Warenkörben (oftmals im Zusammenhang mit ungeöffneten Folge-E-Mails) senden Sie beispielsweise folgende Nachricht: „Ihr Warenkorb wartet! Mit dem Code SAVE10 erhalten Sie 10 % Rabatt.“ Dies kann die Conversion-Rate in Retargeting-Kampagnen um 20–30 % steigern.

Nutzen Sie Click-to-WhatsApp-Anzeigen auf Plattformen wie Facebook, um Leads direkt über WhatsApp zu generieren und E-Mails für spätere Remarketing-Zwecke komplett zu umgehen. Im E-Commerce können Sie Kunden, die sich Produkte angesehen, aber nicht gekauft haben, per WhatsApp-Erinnerung erneut ansprechen.

Fortgeschrittene Taktiken umfassen A/B-Tests von Nachrichten hinsichtlich Tonfall und Zeitpunkt sowie den Einsatz von Chatbots für die erste Kontaktaufnahme. Kennzahlen wie Zustellraten, Öffnungs- und Antwortraten sollten erfasst werden, um die Strategie zu optimieren. Die Kombination dieser Taktiken schafft einen nahtlosen Follow-up-Kreislauf und holt verlorene E-Mail-Interaktionen zurück.

Bewährte Verfahren und rechtliche Aspekte.

Der Schlüssel zum Erfolg im WhatsApp-Remarketing liegt in der Anwendung bewährter Methoden. Die Einwilligung der Nutzer hat dabei stets oberste Priorität. Diese müssen explizit zustimmen, häufig über E-Mail-Anmeldeformulare, die WhatsApp-Berechtigungen beinhalten. Dies entspricht den Richtlinien für WhatsApp Business Messaging, die Spam verbieten und eine positive Nutzererfahrung gewährleisten.

Halten Sie Ihre Nachrichten kurz, freundlich und informativ – vermeiden Sie einen werblichen Ton. Verwenden Sie Emojis sparsam, um einen professionellen Eindruck zu hinterlassen. Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend: Versenden Sie Nachrichten während der Geschäftszeiten in der Zeitzone des Empfängers, um die Öffnungsrate zu maximieren.

Aus rechtlicher Sicht ist die Einhaltung von Datenschutzgesetzen wie der DSGVO in Europa wichtig. Diese schreiben transparente Datenverarbeitung und unkomplizierte Widerspruchsmöglichkeiten vor. In den USA gilt für Messaging-Dienste der TCPA. WhatsApp verbietet übermäßiges Versenden von Nachrichten, missbräuchliche Inhalte und die Weitergabe von Daten ohne Einwilligung. Um Sperrungen zu vermeiden, sollten Sie offizielle Plattformen wie die WhatsApp Business API nutzen.

Überwachen Sie die Einhaltung der Richtlinien, indem Sie in jeder Nachricht eine Abmeldeoption anbieten. Ethisches Handeln schafft Vertrauen und reduziert Kundenabwanderung. Die Befolgung dieser Richtlinien minimiert Risiken und maximiert gleichzeitig die Effektivität von Remarketing-Maßnahmen.

Fallstudien aus der Praxis

Mehrere Marken haben die Kunst perfektioniert, WhatsApp für Remarketing-Aktionen an Kunden zu nutzen, die ihre E-Mails nicht geöffnet haben – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Maggi Deutschland führte die Kampagne „Chef in Your Kitchen“ durch und nutzte WhatsApp, um inaktiven E-Mail-Abonnenten personalisierte Rezepttipps zuzusenden. Dies führte zu einer Interaktionsrate von 90 % und einem Umsatzanstieg von 15 %.

Die Initiative „The Doorman“ von Absolut Vodka verschickte WhatsApp-Einladungen an Personen, die ihre E-Mails nicht öffneten, und bot ihnen Zugang zu exklusiven Veranstaltungen. Die Aktion erzielte eine Öffnungsrate von 99 % und wurde unter den Teilnehmern viral geteilt.

Die Outdoor-Marke Jack Wolfskin integrierte WhatsApp, um Daten aus E-Mail-Listen zu gewinnen und Werbeaktionen an Empfänger zu senden, die ihre E-Mails nicht geöffnet haben. Dieser Ansatz hat durch personalisierte Angebote zu Umsatzwachstum und Kundenbindung geführt.

Die E-Commerce-Plattform Tata CLiQ nutzte die WhatsApp-API, um E-Mails und Erinnerungen zu abgebrochenen Warenkörben zu versenden und konnte so 25 % der verlorenen Umsätze zurückgewinnen.

Diese Beispiele veranschaulichen, wie gezielte WhatsApp-Follow-ups die Effektivität von E-Mail-Kampagnen verbessern können.

Abschluss

Durch Remarketing ungeöffneter E-Mails via WhatsApp wird die Lücke zwischen traditionellen und modernen Kanälen geschlossen und potenzielle Verluste in Gewinne verwandelt. Mit seinen überlegenen Engagement-Kennzahlen, Personalisierungsoptionen und Integrationsmöglichkeiten ist es ein unverzichtbares Tool für Marketer, die mit der E-Mail-Müdigkeit zu kämpfen haben. Unternehmen können die Customer Journey optimieren und Conversions steigern, indem sie Strategien wie automatisierte Trigger und Segmentierung implementieren und dabei stets rechtliche und ethische Standards einhalten. Da sich digitale Gewohnheiten ständig weiterentwickeln, sorgt die Anwendung von Multi-Channel-Ansätzen wie diesem dafür, dass Ihre Marke immer einen Schritt voraus ist. Beginnen Sie klein, testen Sie gründlich und erleben Sie, wie Ihr Remarketing-ROI in die Höhe schnellt.

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